RG Nord im Landtag

KatrinArbeit der Regionalgruppe Nord im Landtag

Die Fachausschüsse des Schleswig-Holsteinischen Landtages wählen alljährlich
einen Sitzungstag als "Tag der Initiativen". So auch der Sozialausschuss, der auch
für das Gesundheitswesen im nördlichsten Bundesland zuständig ist. Unsere Regionalgruppe
war nun dort zur Anhörung eingeladen. Da haben wir nicht schlecht gestaunt, als
Andreas Beran, Landtagsabgeordneter und Vorsitzender des Sozialausschusses im Landtag,
uns höchstpersönlich anrief. Ob wir Interesse hätten, unsere Elterninitiative seinem
Gremium vorzustellen und zu sagen, wo uns der Schuh drückt? Und ob wir hatten, könnten
wir dabei doch nicht nur über die Arbeit der Elternhilfe erzählen, sondern auch
unsere sozial- und behindertenpolitischen Vorstellungen oder Forderungen anbringen.
Anhand der Einladungsliste der verschiedenen Initiativen - sechs waren geladen -
konnten wir sehen, welch ein breites Spektrum der Sozialausschuss in seinem Zuständigkeitsfeld
hat. Wir waren die einzige Gruppe aus dem Behindertenbereich. Am 18. April haben
dann Fritz Bremer und Gert Pechbrenner aus dem Vorstand der Regionalgruppe Nord
die Rett-Fahne geschwungen und eher gesamtbehindertenpolitische Forderungen vorgebracht.
Fast eine ganze Stunde lang hat sich der Ausschuss für uns Zeit genommen. Das Krankheitsbild
selbst und die Arbeit unserer Elternhilfe haben wir mit dem sehr guten Rhein-Main? Film
sowie dem zu OH-Folien umgebastelten neuen Faltblatt vorgestellt. Schon damit erzielten
wir gespannt - betroffene Aufmerksamkeit. Aber auch die Fröhlichkeit auf unseren
Treffen - die ja von Rhein-Main auch in den Norden zu übertragen sind - wurde deutlich.
Lebhaft wurde es dann bei unseren Forderungen und der intensiven Diskussion. Wegen
der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit mussten unsere Forderungen etwas plakativ
bleiben:

  • Als unverzichtbar haben wir den Wert von guten pädagogischen integrativen
    Einrichtungen für unsere Kinder beschrieben und ausdrücklich deren Erhalt, wenn
    nicht sogar Ausbau empfohlen. Bei immer schmaler werdenden öffentlichen Kassen
    schien uns dies angesichts einer immer wiederkehrenden Diskussion um die Einschränkung
    solcher Maßnahmen besonders wichtig.
  • Bei allen Initiativen der Politik um ein gutes und kompetentes Beratungsangebot
    fällt immer wieder auf, dass derartige Angebote fast ausschließlich auf dem Rehabilitationsbedarf
    Erwachsener bzw. der Pflege alter Menschen basieren. Viele dieser Stellen sind
    bei der Beratungsarbeit für Eltern behinderter (Klein-)Kinder schlichtweg überfordert.
    Unser Ziel war es daher, das Augenmerk der Politik besonders auf die Einrichtung
    kompetenter und flächendeckender Beratung für diesen Personenkreis zu lenken.
    Die seit dem 1.7.2001 nach dem SGB IX im jedem Kreis vorgeschriebenen Servicestellen
    gibt es ja bislang nur in einigen wenigen Ansätzen. Die Pflegeplatzoffensive des
    Landes Schleswig-Holstein präferiert augenscheinlich ebenfalls erwachsende Pflegebedürftige.
  • Letztlich zu kurz gekommen ist unser Einsatz für eine Verbesserung der Möglichkeiten
    bei der Suche betroffener Familien nach der richtigen Diagnose für ihre Kinder
    (der Ausschuss ist ja auch für das Gesundheitswesen zuständig). Immerhin schienen
    die Abgeordneten doch recht betroffen von dem Hürdenlauf, den viele Familien hinter
    sich haben.

In der breiten Diskussion über das Rett-Syndrom und unsere Wünsche wurde deutlich,
dass dafür eigentlich eine extra Sitzung notwendig gewesen wäre. Immerhin wurde
wir auch ermuntert, unsere Forderungen auch noch einmal schriftlich vorzutragen,
was wir natürlich tun werden. Durchaus wohlwollend fiel auf, dass wir keine Zuschüsse
gefordert haben. Wir hier in der Regionalgruppe kommen mit den Selbsthilfefördermitteln
der Krankenkassen und Spenden über die Runden. Auch ist es schwierig, Zuschussanträge
für einen Kreis von etwa 35 Familien aus drei Bundesländern zu artikulieren. Uns
war hier wichtiger, einmal einem bedeutenden Gremium unseres Landes das Rett-Syndrom
vorzustellen und über unsere kleinen und großen Sorgen zu informieren.

Weitere Informationen:

Uns liegen CD-Roms mit einem Pflegeheimverzeichnis vor, die wir bei Interesse
gerne gegen einen Kostenbeitrag von 5 ¾ Euro; weitergeben. Bitte fragen Sie bei
der Regionalgruppe Nord an.

Gert Pechbrenner